„Am schönsten war es, mit meinem Freund Jonathan zu fahren – und die Möhren“
Das war die KIDICAL MASS in Duisburg.
Am 23. September hieß es wieder: Kinder aufs Rad. Dieses Mal ging es mit einem Zugbringer aus Neudorf nach und durch Hochfeld bis zum Blauen Haus. 150 Kinder, Jugendliche und Erwachsene forderten mit der Fahrrad-Demo eine sichere Radinfrastruktur für Kinder in Hochfeld und überall in Duisburg. Ein Erfahrungsbericht von Fridtjof (3 Jahre) und seiner Mutter.
 
 
Fridtjof ist Fahrrad-Demo erprobt. „Kommst du auch zur KIDICAL MASS?“, mobilisiert er noch am Freitagnachmittag in der Kita. Denn klar ist: Mit vielen Mitstreiter:innen ist es viel schöner und unser Anliegen wird entsprechend von den Entscheidungsträger:innen in der Stadt wahrgenommen.
Am Samstag treffen wir uns am Ludgeriplatz. Erst schmücken alle noch ihre Räder mit Ballons, Windrädern und Plakaten. Es gibt Musik, Kreidefarben und KIDICAL MASS-Tattoos. Fridtjof entscheidet sich für ein Windrad am Laufrad und ein Tattoo auf dem Unterarm. Sein Freund Jonathan tut es ihm gleich.

Spannend: Wie viele Kinder werden am Hochfelder Markt auf uns warten?
Endlich radeln wir los und die Kids sind direkt an der Demozugspitze hinter der Polizei. 3,5 Kilometer fahren Fridtjof und Jonathan mit dem Laufrad. Für Fridtjof ist es das tollste, dass er mit seinem Freund fahren kann. Auf dem Weg zum Hochfelder Markt steigt in unserer Gruppe die Spannung und auch am Hochfelder Markt warten alle gespannt: Wie viele Kinder werden vom Ludgeriplatz kommen? Wer ist wohl alles am Hochfelder Markt? Klingeling und hurra, dass wir zusammen Fahrradfahren!
Die Kinder am Hochfelder Markt haben sich richtig Mühe gegeben: Viele selbst gemalte Plakate und schöne Bänder zieren ihre Räder. Weiter geht es nun durch Hochfeld. Nach einem kurzen Sprint sind Jonathan und Fridtjof platt – gut, dass wir uns ein kostenloses Familien-Lastenrad von Duisbock ausgeliehen haben! Gemeinsam mit Hund Cappu genießen die zwei Jungs nun die KIDICAL MASS aus der Transportbox von Rad „Moritz“ und mampfen Möhren. Auf dem Weg nehmen wir noch ein müdes Mädel auf einem Laufrad mit. Schön, so kommen wir alle gemeinsam ans Ziel.

Politisch: Wir fordern die Stadtpolitik auf, die Verbesserung der Radinfrastruktur zu priorisieren.
Die Menschen vom Blauen Haus empfangen uns gastfreundlich mit Kaltgetränken. Die Erwachsenen halten Reden: Die Probleme seien überall in Duisburg dieselben. Duisburg brauche dringend sichere Fahrradwege für Kinder und die Straßenverkehrsordnung müsse endlich zugunsten des Fahrradverkehrs durchgesetzt werden. Spread the word – sprecht mit möglichst vielen darüber, damit Politik und Verwaltung die Verbesserung der Radinfrastruktur höher priorisieren. Warum ist die Welt der Erwachsenen immer so kompliziert? Einfach machen!
Die Reden sind zu Ende, jetzt kennen die Kinder kein Halten mehr: Zahlreiche Aufkleber werden für Helme und Räder eingesteckt und Fahnen geschwungen. Zahllose Tattoos zieren am Ende des Nachmittags zahllose Kinderarme und so tragen Fridtjof, Jonathan und viele andere Kids die Nachricht in die Welt: KIDICAL MASS – Kinder aufs Rad! Jetzt müssen nur noch wir Erwachsenen liefern.

Lara Schartau-Engelking
 
Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club
Kreisverband Duisburg
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