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Seine Erfahrungen mit den Bauarbeiten an der S11 und dem Schienenersatzverkehr teilt uns Jörg Borger-Besser mit.Er zeigt uns praktische Alternativen auf, da er als Pendler auf die Verbudung GL - Köln angewiesen ist. Es ist überstanden- oder doch nicht? Ich bin angewiesen auf den ÖPNV und fahre jeden Tag von Bergisch Gladbach nach Köln/HBF. Wenn ich wirklich einen Termin einhalten muss, steige ich auf das Fahrrad um. Dazu später ... Die Sperrung vom 7.11. bis 17.11.2025 hat Erfahrungen gebracht. Sehr viele, die erst mal verarbeitet werden müssen. Hier ein paar Eindrücke. - Sa. 8.11. hatte ich das Vergnügen, die Verbindung zwischen Bergisch Gladbach und Mülheim mit dem SchienenErsatzVerkehr (SEV) auszuprobieren. Ich habe Zeit um den Weg über die Bergisch Gladbacher Straße zu genießen. Die Haltestelle Duckterath liegt auf der Kölner Straße. Die Haltestellen Dellbrück S-Bahn und Holweide werden mit der Schleife über Möhlstraße und Hauptstraße, respektive Wasserwerkstraße und Buschfeldstraße angefahren. Endlich wird über den Wiener Platz der Mülheimer Bahnhof erreicht. Weiter geht es mit mit dem voll besetzten Regional-Express. Zurück stelle ich fest, dass der Bus in Mülheim um 17.32 ausfällt, obwohl er angezeigt wird. Der Folgende kommt nach 10 Minuten Wartezeit. Die langen behäbigen Gelenkbusse sind gut besetzt. Einzelne Sitzplätze sind verfügbar. Der Anschluss in Bergisch Gladbach wird verpasst, da der Bus im Stau mitschleicht. - Mo. 10.11. Der Zubringerbus bleibt am Markt Bergisch Gladbach mit Defekt stehen. Statt, wie geplant der SEV, ist der Bus nach Refrath und die Linie 1 nach Köln die Wahl. Obwohl der Bus und auch die Straßenbahn voll besetzt waren, konnte ich einen Sitzplatz bekommen. Die Rückfahrt wurde, wie geplant bis Mülheim und weiter mit dem SEV gefahren. Beide Möglichkeiten sind zeitlich vergleichbar mit 90 Minuten reine Fahrzeit anzusetzen. - Do. 12.11. Mit dem Fahrrad morgens bei Dunkelheit den Weg zu nutzen, der in Zukunft als Fahrradschnellweg ausgebaut werden soll, ist gefährlich und nur bei voller Konzentration zu empfehlen. Seit langer Zeit befahre ich diesen in regelmäßigen Abständen und stelle fest, dass neben den bekannten Schlaglöchern noch einige mehr dazu gekommen sind. Rutschige Blätter, Abfall und Äste machen die Strecke nicht sicher. Nachmittags kommt die Müdigkeit zu der Unkonzentriertheit und macht den Weg zum "Himmelfahrtskomando". Aber einen Unfall darf ich mir nicht erlauben. - Fr. 13.11. Mir fällt auf, dass der SEV eine andere Route fährt, als an den Tagen vorher. Heute nutzt er die Heidestraße in Mülheim und nicht den Umweg über den Wiener Platz. Schneller muss er wohl nicht sein, da der Fahrplan daran ausgelegt ist, aufgehalten zu werden. Zurück fährt er über die Montanusstraße auf die Bergisch Gladbacher Straße, die auch von vielen anderen Autos genutzt wird. Häufig wird gehalten und angefahren - Stau. - Mo. 17.11. Der Routine ist es wohl zu verdanken, dass die eingeplante Zeit genutzt werden kann. Die mangelnde Beleuchtung und die Ruckelei der kaputten Straßen ist eine Herausforderung beim Lesen, hat aber eine einschläfernde Wirkung. Wieder fährt der SEV eine andere Route. - Di. 18.11. Die S-Bahn wird wieder für die Strecke zwischen Bergisch Gladbach und Köln HBF eingesetzt. Aber wieder fallen einzelne Bahnen aus oder fahren nur bis Dellbrück. Meine Hoffnung, endlich in der normalen Reisezeit das Ziel zu erreichen, wurde leider enttäuscht. Insgesamt ist zum Einsatz des SEV zwischen BGL und Mülheim zu konstatieren, dass der starke Autoverkehr hinderlich wirkt bei Schnelligkeit und Pünktlichkeit. Der Verweis auf die zu kurze Vorlaufzeit zur Einrichtung eines SEVs, der mit der Geschwindigkeit der S-Bahn konkurrieren oder zumindest vergleichbar wäre, zeigt mir, wie unberechenbar nicht nur der Verkehr für die Verwaltungen ist. Eine Verkehrszählung könnte durchaus hilfreich sein. Falls diese durchgeführt wurde, ist ebenso zu den Zeiten hohen Verkehrsaufkommens zu zählen. Als zukunftsweisend könnte sich eine separate Busspur erweisen. Auch sind Baustellen auf der Strecke, die der SEV nutzt, zu entfernen. Ebenso können Straßen, die als Einbahnstraße umgewidmet wurden (Piccoloministr.), für den Linienverkehr geöffnet werden. Zusätzlich kann der Linienverkehr, der die Haltestellen an S-Bahnhöfen anfährt, als Zubringer genutzt werden, um in den SEV umzusteigen. Hierdurch wird die Reisezeit verkürzt, die Pünktlichkeit garantiert und die Zuverlässigkeit erhöht. Die Idee, den Individualverkehr zu verringern, indem man an Tagen mit geraden Datum diejenigen Fahrzeuge nutzen kann, die im Kennzeichen eine gerade Ziffer als letzte aufweist, ist in den Zeiten der Spritknappheit geboren und hat sich bewährt. Hier bietet sich eine Prüfung durch die Verwaltung an. Der Verweis auf die Nutzung des Radweges als Alternative ist legitim, da das Fahrrad als Verkehrsmittel an Bedeutung gewonnen hat. Mehr Radfahrer sollten aber nicht auf den vorhandenen Fahrradwegen fahren, um die ohnehin gefährlich maroden und engen Bedingungen nicht zu überreizen. An der Stelle sei der Verweis auf die gemeinsame Nutzung von Rad- und Fußweg erlaubt. Hier kommt es vergleichsweise häufig zu Konflikten, da sich der zugewiesene Platz als nicht hinreichend erweist. Die Trennung von Fußweg und Autostraße ist durch Bordsteine und Zebrastreifen häufig klarer. Diese und Erfahrungen anderer Fahrgäste und Verkehrsteilnehmer bitte ich zu berücksichtigen Bei Fragen stehe ich gerne zur Verfügung. Mit freundlichen Grüßen Jörg Borger-Besser P.S. Fragen Sie die Redaktion des BergRad-Newsletters. Der wird die Fragen an den Autor weiterleiten. |
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