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Wenn man es kurz machen will: Ein Ehrenamt übernehmen ist eine win-win-Situation.Mein Leben wird ein Stückchen interessanter und vielfältiger. Andere profitieren von meinem Einsatz, weil ich Zeit, Know-How und Zuwendung investiere. Was treibt Menschen dazu, ihre Zeit und Energie für andere einzusetzen – ganz ohne Bezahlung? „Es ist oft ein Mix aus altruistischen Werten, persönlichem Sinn und sozialem Miteinander“, sagt Prof. Dr. Andrea Walter. Manche wollen helfen, andere suchen Gemeinschaft, wieder andere wollen erleben, dass ihr Handeln etwas bewirkt. (aus: Jahresbericht der Kölner Freiwilligen Agentur e. V. 2024, S. 29) Eine ehrenamtliche Tätigkeit kann die Möglichkeit geben, sich sozial zu engagieren, neue Fähigkeiten zu erlernen und das eigene Selbstbewusstsein zu stärken. Viele Menschen finden durch ihr Ehrenamt Zufriedenheit und eine sinnvolle Aufgabe, die sie an ihre Talente anknüpfen lässt. Der ADFC Köln fragt auf seiner Webseite: „Du fährst gerne Fahrrad und möchtest etwas tun für ein fahrradfreundliches Köln? Du möchtest dich mit Gleichgesinnten austauschen und gemeinsam etwas bewegen?“ Hier schreiben Menschen, die JA sagen und MACH MIT! „Mir liegt sehr, dass ich feste Termine habe und einen klaren Aufgabenbereich. Außerdem bin ich neugierig und arbeite gerne mit Menschen zusammen - Computer dagegen sind nicht so mein Ding“, beschreibt Christiane Franke ihre Motivation. Sie hat im Sommer 2025 ihre Tätigkeit in der Geschäftsstelle des ADFC aufgenommen. Ilse Pottmann beschreibt ihr Engagement als Ehrenamtliche so: „In den 1990er Jahren bin ich durch einen Freund auf den ADFC aufmerksam geworden. Ich wollte mich engagieren und da passte es gut zu mir, mich für ein sicheres Fahrradfahren einzusetzen.“ Von der Arbeit in der Geschäftsstelle, Organisation von Demos und Touren bis hin zur Betreuung des Infostandes hat sie schon vieles gemacht – Mädchen für alles eben. „Ruhestand ist was anderes, aber mir macht es Spaß.“ Aktiv beim ADFC ist er mit Eintritt in die Rente geworden. Werner Rollmann war die Lobbyarbeit fürs Radfahren ein wichtiger Faktor und letztlich auch das Fahren von Radtouren mit Gleichgesinnten in geselliger Runde. Außerdem schätzt er, dass er im Gespräch mit anderen neue Ideen zu thematischen Tourenangeboten entwickeln kann, die vielleicht Zukunftsperspektive haben. Am Anfang seiner Mitgliedschaft war Jörg Steinhaus nur passives Mitglied und hat sich eher ohne große organisatorische Bindung bei Veranstaltungen für Radfahrende engagiert, etwa als Ordner bei der Kidical Mass. Ganz frisch hat er die Aufgabe des Chefredakteurs der fahrRAD! übernommen. „Das macht mir Spaß. Dieses Faible für Zeitungen habe ich schon lange, auch wenn ich beruflich etwas völlig anderes mache.“ Und das Große und Ganze? Das Engagement im Ehrenamt „bringt Menschen zusammen, die sonst nie miteinander sprechen würden. Es schafft Räume für Austausch, Toleranz, Verständigung. Und es lehrt uns, Kompromisse zu finden – eine Fähigkeit, die in der Demokratie zentral ist“, sagt Dr. Andrea Walter. (aus: Jahresbericht der Kölner Freiwilligen Agentur e. V. 2024, S. 31) Ohne Ehrenamt könnten viele Organisationen und Dienste nicht existieren. Auch der ADFC Köln lebt von der ehrenamtlichen Arbeit der Aktiven. „Gemeinsam wollen wir bessere Radverkehrsbedingungen und noch mehr Spaß am Radfahren erreichen. Alle Mitglieder sind eingeladen, sich zu beteiligen und den Verein zu gestalten. Je mehr Aktive mit anpacken, desto mehr Projekte können wir umsetzen.“ Und wer es ein bisschen wissenschaftlich haben möchte, klickt sich bei der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt ein. „Freiwilliges Engagement steigert das Sinnerleben! Das ist eine zentrale Erkenntnis der von der DSEE geförderten Studie „Sinn im Ehrenamt“, die von einem Forschungsteam der Humanistischen Hochschule Berlin durchgeführt wurde.“ Ein Webinar dazu gibt es am Donnerstag, 29. Januar 2026 von 15:00 bis 16:30 Uhr. |
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